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Nele
Meyer

15.01.2016

Der Druck steigt / Über das Bloggen, Instagram und mich mittendrin

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Gerade eben habe ich diesen Artikel gelesen, der irgendwie alles ziemlich genau trifft. Fräulein Skywalker schreibt über's Bloggen, über die harte Arbeit die dahinter steckt - oder schreibt sie doch viel mehr darüber, was das Bloggen wirklich ist und was wir daraus gemacht haben? Im Moment ist das ein Thema, das mich sehr beschäftigt. Nein. Vielmehr denke ich fast ununterbrochen darüber nach. Zermürbe mir das Hirn: Wo soll es hingehen? Was will ich erreichen? Wie erreiche ich mehr? Warum erreichen andere mehr? Was mache ich falsch? 
Ihr Text hat mich sehr getroffen. Warum? Weil er die Wahrheit ausspricht, die niemand wahr haben will. Die Wahrheit, die ich nicht wahr haben will. 
In unserer Welt geht es nur noch um den Fame, um die Zahlen, um Likes und Follower. Um mehr geht es nicht mehr. Und ich bin irgendwie mittendrin. 

Sehe ich mir z.B. Instagram an, dann trifft es den Nagel auf den Kopf. Jedenfalls wenn es um diejenigen geht, die nicht privat ihre Schnappschüsse teilen, sondern einen Blog oder sonstiges vertreten. Ich erwische mich dabei, wie ich jeden Artikel, der DIE Tipps für mehr Instragram Follower und Likes verspricht, praktisch aufsauge - und das ganz unbewusst. 
Da stehen Dinge wie, man soll zusammen passende Fotos veröffentlichen, man soll dies und das tun und solches und jenes käme bei 79,92% der Instagram-User gar nicht gut an. Um mehr Likes auf seine Bilder zu bekommen sollte #XY unbedingt verwendet werden aber #AB ist für 67,3% ein totaler Abtörn. Achso und wenn man einen bestimmten Text unter seinem Bild postet kommt das super an!
Was soll das?
Dabei kommt doch nur rum, das jeder beschissene Instagram-Account - Sorry - gleich aussieht. Was bringen mir all diese Tipps, wenn sie mir quasi verbieten individuell, kreativ, persönlich und ich selbst zu sein?! Ich bin immer eine Person gewesen, die nicht mit allen anderen geht, die nicht macht, was jeder macht. Ich war immer der Meinung, meinen eigenen Weg zu gehen und darauf lege ich auch immer noch sehr viel Wert.

In letzter Zeit habe ich mir unglaublich viele Gedanken darum gemacht, wohin ich mit NUR EIN FOTO eigentlich gehen will. Ich habe mir auch Gedanken darum gemacht, wie ich mit NUR EIN FOTO Erfolg haben kann. Im Moment bewerbe ich mich um Ausbildungsplätze und ich möchte Fotografin werden. Deswegen habe ich mir auch Gedanken darum gemacht, wie ich mit NUR EIN FOTO bei möglichen Ausbildungsplätzen einen möglichst guten Eindruck machen kann. 

Letztendlich machen mich all diese Gedanken irgendwie ganz schön kirre. Ich finde es schade, dass ich im Moment meine Beziehung zum Bloggen und den Gründen, aus denen ich es angefangen habe, scheinbar verloren habe. Eigentlich wollte ich doch nur eine eigene, kleine Plattform für meine Bilder schaffen, vielleicht auch für meine Gedanken oder kreativen Ideen. Mir hat es so viel Spaß gemacht, Artikel zu schreiben und einen kleinen Teil meines Lebens mit der Welt zu teilen. Von Erfolg, von einem Konzept oder gar von Zahlen war da nie die Rede. 

Dieses Jahr habe ich mit dem Vorsatz gestartet, mehr Erfolg mit meinem Blog zu haben. Aber was soll das denn überhaupt heißen? Warum will ich denn plötzlich meinen Erfolg daran messen, dass mein Blog mit allen möglichen "Sozialen" Netzwerken verknüpft ist, möglichst jeder Mensch, den ich kenne, meine Bilder feiert und die Fotos, die ich täglich bei Instagram hochjage Millionen Likes bekommen?! 
Der Erfolg, den ich mit meinem Blog haben will, sollte sich doch viel mehr in meiner eigenen Zufriedenheit zeigen. Ich sollte glücklich dabei sein und Spaß dran haben. 
Ich denke, wenn man in eine Sache Liebe und Leidenschaft hinein steckt, mit Hingabe daran arbeitet und sich stets treu bleibt, dann kommt der Erfolg ganz automatisch. Und dieser Erfolg wird viel befriedigender sein, als der, den man erreicht, wenn man das ultimative Erfolgsrezept befolgt, dem alle folgen. 

Warum ich diesen Post hier schreibe? Wahrscheinlich wollte ich mir einfach mal klar werden, was ich eigentlich will. Ich musste irgendwie meine Gedanken aufschreiben. Sorry, dass dieser Text so unstrukturiert und wirr ist, aber so sind auch meine Gedanken zu dem Thema. 
Mir ist nun aber klar, dass ich meinen Jahresvorsatz noch einmal gründlich umformulieren sollte. Mir ist außerdem einmal mehr klar geworden, warum ich blogge...  

Kommentare:

  1. Vielleicht bin ich zu vintage für dieses Problem, aber ging es nicht mal darum aus Spaß und Hobby zu bloggen? Ich verstehe nicht, wie einige so geil auf Zahlen sein können und dann auch noch irgendwelche Tipps geben (weil es bei ihnen so toll klappt) - im Endeffekt ist es NUR ein Hobby - jederzeit beendbar, nichts reales. Mach dir doch keinen Kopf, Nele. Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber ich finde es schön deine Bilder auf dem Dashboard angezeigt zu bekommen! Du machst alles richtig und irgendwie findest du schon deinen Weg, von ganz allein :)

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    1. Danke für deine aufmunternden Worte, die taten mir wirklich gut gerade! Ich mach mir wirklich zu viele Gedanken darüber und viel zu viel Stress! Klar geht es um den Spaß und um die Freude am bloggen! Eigentlich ist der ganze Kram auch nur zum lachen!
      Hab mich sehr über deinen Kommentar gefreut und ich freue mich, dass du dich freust, meine Bilder zu sehen, dann habe ich mein Ziel ja erreicht <3 <3

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  2. Du sprichst mir aus der Seele..

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  3. Ich verstehe dich total.... und ertappe mich selbst oft dabei, wie ich solche Artikel lese, oder gerne noch mehr Likes und Co. haben würde. Dabei habe ich das Bloggen angefangen, weil ich auch meine eigene kleine Plattform wollte, zum speichern meiner Ideen, zum Austauschen, und weil es einfach Spaß macht. Und das macht es mir auch total. Und deshalb versuche ich auch, ich zu bleiben. Individuell, nicht nach Maß und eben mit meinen Ideen. Ich liebe deinen Blog, deine Fotos sind toll und du kannst so stolz auf dich sein! Ich wünsche dir, dass der Blog dir noch ganz lange Freude macht! Den darum geht es ja - um den Spaß, um das Hobby und um den Menschen dahinter :)
    Hab eine tolle Woche!
    Ganz liebe Grüße
    Sandra

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  4. Der Text istt so gut geschrieben! Und ich denke du sprichst nicht nur mir aus dem Herzen! Das Bild ist ebenfalls sehr gelungen!
    LG Laura
    http://tinaundlaura8.blogspot.de/

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  5. Du triffst den Nagel einfach mal direkt auf den Kopf! Mehr kann ich dazu gar nicht mal sagen...

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  6. Huch, das ist ja nett! Vielen Dank fürs Lesen und verstehen :P :)

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  7. Stimmt alles komplett:/ Schlimm das es nur noch um Zahlen geht:/
    Trotzdem toller Post;)
    Hannah/ buuttons.blogspot.de

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  8. Ich finde diesen Text wirklich zutreffend. Mir ging es kurzzeitig genauso und in dieser Phase habe ich leider meinen "alten" Blog gelöscht. Damals hatte ich über 600 Leser - und der Druck, immer etwas neues zu posten war hoch. Besser gesagt: ICH habe ihn so hoch gemacht.
    Diese Kurzschlussreaktion, meinen Blog komplett zu löschen, bereue ich jetzt noch, einfach weil die Leserzahl nicht annähernd so steigt wie zuvor. Ich strauchel gerade bei so knapp über 70 Lesern herum.

    Ich denke, ein Großteil des Wunsches, möglichst viele Leser zu haben, besteht darin, dass wir dann das Gefühl haben, unsere Posts sind etwas wert, es macht Sinn, dass wir etwas neues schreiben, Fotos machen, uns Mühe geben. Ist die Zahl zu gering, ist die Motivation wahrscheinlich einfach nicht groß genug.
    Doch du sagst genau das, worum es beim Bloggen eigentlich geht bzw. gehen sollte: um den Spaß!!
    Mal abgesehen von den wenigen Personen, die mit ihrem Blog wirklich gut verdienen und sogar davon leben können, ist es für die anderen doch immer noch ein Hobby. Das dürfen wir alle nicht aus den Augen verlieren.

    Und du hast nochmals recht: wenn jemand etwas mit Liebe und Leidenschaft macht, dann gesellt sich der Erfolg einfach dazu. Du hast nun übrigens eine neue Leserin. Ich bin durch Zufall auf deinen Blog gestoßen. Und ich bin hier hängen geblieben, nicht weil er dermaßen gut vernetzt ist. Sondern, weil ich merke, wie viel Leidenschaft dahinter steckt und weil mich die Fotos überzeugen. Das ist viel mehr wert.

    Ich freue mich schon auf weitere Posts von dir! :-)

    Herzliche Grüße,
    Janne von meeresrauschen

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